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Xian – erste Kaiserstadt Chinas


Ein Besuch Xians lohnt schon alleine wegen der Terrakotta Armee. Es ist schließlich was ganz anderes selber direkt vor dieser Armee zu stehen und sich ihren Ausmaßen bewusst zu werden, als sie nur auf Fotos gesehen zu haben. Wer sich der wirklichen Größe dieser Armee bewusst werden will, der sollte einmal vor ihr gestanden sein. Sie nur auf Fotos gesehen zu haben, ist nicht ausreichend. Es ist der beste Beweis menschlichen Größenwahnsinns. Ansonsten fand ich die Stadt weitaus interessanter und schöner als Beijing. Es gab hier viel mehr Natur und alles wirkte farbenprächtiger. Eines Abends kehrten wir hier in einem der besten Hotpot Lokale ein, welches übertrieben guten Service, tanzenden Nudelmacher und chinesischen Maskentanz bot.

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Vor allem ist auch der „Berg Li“ in Xian mit seinen taoistischen Tempeln interessant und sehenswert. Yaffa Yang erzählte uns eine interessante Legende über den „Berg Li“. So klaffte laut der Legende über den „Berg Li“ einst ein riesiges Loch im Himmel. Die Göttin „Nü Wa“ schloss dieses Loch und schuf auch die Menschen aus Teilen von sich, Wasser und Lehm.

Besonders das muslimische Viertel hat es mir in Xian und meinen Reisegefährten angetan. In diesem Viertel durfte ich in einer der ältesten Moscheen der Welt beten, die wohl zugleich auch die älteste war, in der ich selbst jemals gebetet hatte – „Die große Moschee von Xian“. Die Moschee stammte aus der Zeit der Tang-Dynastie, erbaut im Jahre 742. Als Moslem wurde ich in diesem altehrwürdigen Gebäude herzlich empfangen. Um die Moschee herum liegt ein weitläufiger Basar, der farbenprächtig und voller Leben ist. Vor allem gab es hier unüberschaubar viele leckere Köstlichkeiten und das noch dazu Halal. Aus diesem Grund kehrten wir im Laufe unseres Aufenthalts noch mehrere Male zu diesem Basar zurück, um weitere Leckerbissen zu genießen. Wir trödelten auf dem Basar herum, ohne auf die Uhr zu sehen. Auch am letzten Tag, noch kurz vor unserer Abreise nach Shangdong, trödelten wir auf dem Basar herum. Erst spät bemerkten wir, dass uns die Zeit davonlief und wir hätten beinahe unseren Zug verpasst. Wir erreichten ihn gerade noch so, 3 Minuten vor Abfahrt.

Shangdong – und eine traditionelle chinesische Familie


Zu guter Letzt statteten wir Wanchuns Familie einen Besuch ab. Ich hatte die Ehre als Gast aufgenommen zu werden. Shangdong war wieder ganz anders als die chinesischen Städte davor. Die Stadt wirkte einerseits modern, glanzvoll und schick, auf der anderen Seite aber auch wieder traditionell. so sahen wir am Abend nach dem sehr guten Essen bei Wanchuns Eltern während eines Spaziergang durch den nahgelegenen Park, Menschen traditionelle Tänze von Minderheiten aufführen oder Tai-Chi mit und ohne Schwert – ja die Chinesen sind überaus aktiv und das im positiven Sinne. Auch die Mutter von Wanchun hat lange Tai-Chi mit Schwert im Park geübt und jetzt macht sie mit Begeisterung Bauchtanz. Da soll mal jemand sagen, dass man mit 54 Jahren zu alt sei. Es kommt eben auf die Einstellung an.

An einem unserer letzten Abende lud uns Wanchuns Vater dazu ein, das im nahegelegenen Ort Kaifang gelegenen chinesische Freilichttheater zu besuchen. Wer einmal so etwas gesehen hat, will kein anderes Theater mehr sehen. Es war einfach nur atemberaubend. Es nutzte die Kulisse der Altstadt und das komplette Sichtfeld des Zuschauer, kurz man konnte gar nicht alle Details erfassen. Man wurde von den tollen Lichtspielen und der Musik förmlich erschlagen. Die Vielfalt der Kostüme und Inszenierung war wieder mal absolut famos. Anscheinend sollte man sich in jeder Region das lokale Theater zu Gemüt führen, da in jeder Region eine für sie bedeutende Geschichte erzählt wird, mit den jeweiligen Darstellung der dort ansässigen Völkern oder Dynastien die dort geherrscht haben. Kurzum ich saß wiedermal mit Gänsehaut im Publikum.




Vor dem Theater waren wir auf einer romantisch beleuchteten Meile, mit roten Laternen essen gewesen. Hier gab es wieder sehr viel muslimische kleine Imbiss Ständen, alte Läden mit Ansammlungen von chinesischen Novellen die sich bis zur Decke stapelten und alle wunderbar illustriert waren und diverse weitere kleine Läden mit Krimskrams.

An einem anderen Tag führte uns der Vater von Wanchun zu einen interessanten Antiquitäten und Tee Basar. Wenn man hier was kaufte, geschah das in Ruhe und beim Abschluss des Geschäftes kam man in den Genuss einer wundervollen und schönen Tee Zeremonie.

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So neigte sich bei leckeren Essen und wohliger Gastfreundlichkeit die Reise dem Ende zu. Wir entspannten uns und ließen die Reise gemütlich bei Wanchuns Familie ausklingen.

Von Shangdong nahmen wir den Schnellzug nach Beijing, der die 900km in nur drei Stunden bewältigte. Wer braucht da noch ein Flugzeug?

Schlusswort


Egal was man über die Anzahl der Bevölkerung der Chinesen gelesen hat, das sind meistens nur Zahlen die man sich nicht vorstellen kann geschweige denn ihre Auswirkungen. Auf was ich hinaus will, egal wohin man sich in China bewegt, man sollte sich stets auf viele Menschen einstellen und dementsprechend vorbereitet bei Bahntickets, Hotel Reservierungen, Innlandflügen und und sein. Ich selber war einfach nur erstaunt wie dieses Massen an Menschen sich organisieren und das Ganze als großer Staat funktionieren kann, denn das sind ganz andere Maßstäbe als in Europa so dass dieselben staatlichen Konzepte in Europa nicht unbedingt in China funktionieren und umgekehrt. Sprich unser scheinbar individualistisches Wertebild kann man hier nicht einfach über stülpen.

Zum negativen Bild in den Medien – man sollte sich selbst ein Bild davon machen von so einen großen, einflussreichen, wichtigen und bevölkerungsreichen Land wie China, denn mit Unwissenheit Angst zu erzeugen ist bei China ein gefährliches Spiel.



Titel: Meine Reise nach China - Teil 2


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