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Geschichte

Russland – Ende des 19 Jahrhunderts. Zwei koreanische Banditen – Illichi (Joo Jin-Mo) und Tanja (Kim So-Yeon(a)) verdingen ihr Geld mit Raubüberfällen, in denen sie Gold und Kaffee erbeuten, bis sie von russischen Soldaten gestellt werden. Bevor die beiden exekutiert werden, setzt sich die japanische Offizierin Sadoko (Yu Seon(a)) für das Leben der beiden ein. Sadoko hat es dabei auf die russisch, koreanisch und japanisch Kenntnisse der beiden abgesehen und will im Gegenzug dafür dass diese für die japanische Sache arbeiten müssen – genauer gesagt für die geheime Operation „Gabi“, in der es darum geht den Kaiser Gojong (Park Hee-Sun ) der Chosŏn-Dynastie zu ermorden. Während Illichi in den militärischen Rängen Japans aufsteigt und den Kaiser offen unter Druck setzt, versucht Tanja über Russland als Barista und russischsprachige Dolmetscherin in den inneren Zirkel des Kaisers zu gelangen. Vom Gelingen der Operation „Gabi“ hängt von nun an das Leben der beiden ab, auch wenn sie hier gegen ihr eigenes Vaterland agieren müssen …


Fazit

Nach der eher blutleeren und enttäuschenden Verfilmung von Hwang Jin Yi aus dem Jahre 2007, war ich zukünftigen Filmen des Regisseures Jang Yun-Hyeon nicht gerade euphorisch gegenüber eingestellt, aber das Szenario von „Gabi“ las sich mehr als nur interessant und versprach sich Abseits der ausgetrampelten Pfade, des koreanischen Kinos, zu bewegen.

All diese Hoffnungen schwinden schnell in den ersten 15 Minuten des Filmes dahin, denn hier wird den Zuschauer, ein scheinbar beliebiger Action-Flick mit Trash Faktor geboten, statt des erhofften Agenten-Thriller. Man ist als Zuschauer geneigt abzubrechen und auszuschalten, es sei den man will sich dann doch auf kurzweilige Unterhaltung einlassen und so stellt sich der Film auch erst mit dem Schriftzug „Gabi“, nach zehn Minuten, alles andere als rühmlich vor.

Nach dieser besagten ersten viertel Stunde, ist der Film ein völlig anderer, nämlich eben der erhoffte Agententhriller zur Zeiten der Chosŏn-Dynastie, welche um ihr Überleben kämpft und die Russen vergeblich um Hilfe gegen die bevorstehende japanische Invasion bat. Wirkten die ersten 15 Minuten billig, übertrieben, klischeehaft und die Figuren alle samt wie Stereotypen, so ist davon im Rest des Filmes kaum wieder was zu finden.

Nach der kläglichen Einleitung, geht es sehr spannend weiter und das bleibt so bis zum Ende des Filmes. Auch wenn vieles im Film vorhersehbar ist, schadet das der Spannung keineswegs und man bleibt als Zuschauer dran am Geschehen. Schade ist das die Russen im Film weitestgehend nur am Anfang als Filmelement mit einbezogen werden, was den Film seinen eigenen Touch verleiht, da „Gabi“ somit teilweise eben auf russische Kulissen und europäische Schauspieler setzt, was ihn automatisch vom Einheitsbrei der anderen koreanischen Historienfilme abhebt. Später aber entwickelt sich der Film dann doch zu einen typischen „Chosŏn-Dynastie Contra Japanische Invasoren“ Film hin. Am Ende gibt sich also auch „Gabi“ dem szenaristischen Durchschnitt hin, aber die Erzählweise bleibt trotzdem weiterhin spannend.

Was die Inszenierung des Filmes betrifft, so kann man sagen dass diese ihren Zweck erfüllt, sprich die Bilder im Film sind jetzt nicht unbedingt die Stärke, aber auch niemals eine Schwäche, außer stellenweise zu billig geratenen CGI Aufnahmen, welche sich aber stets in Grenzen halten. Das wichtigste ist das es „Gabi“ schafft mit seinen Bildern glaubhaft die dargestellte Zeit darzustellen und insgesamt ansprechend für das mittlerweile verwöhnte Auge des Zuschauers zu wirken, was ihn letzten Endes dann auch gelingt. Dennoch hat der Film eine gewisse Ästhetik, die hauptsächlich von der Eleganz der Kleider, zu jener Zeit, ausgeht, was insbesondere den beiden Hauptdarstellern Kim So-Yeon(a) und Joo Jin-Mo steht.

Die eigentliche Stärke neben dem soliden und spannend geschriebenen Drehbuch von „Gabi“ sind aber die Schauspieler. Es gibt zwar im ganzen Film vielleicht keinen Schauspieler der durch sein herausragendes Spiel prägend in Erinnerung bleibt, aber es gibt von Hauptdarsteller bis zum kleinsten Nebendarsteller auch keinen Schauspieler der aus der Reihe tanzt und negativ auffällt, sprich alle zusammen geben hier eine solide und vor allem stets glaubhafte Performance ab.

„Gabi“ ist abschließend gesehen gewiss kein perfekter Film, aber bekommt von mir trotzdem knappe sieben von zehn Punkten, da er eben zu unterhalten weiß, spannend ist, keine Leerläufe zu bieten hat und genügend Qualitäten aufweist um diesen Film weiter zu empfehlen, da er doch ganz knapp über dem guten Mittelmaß liegt.


DVD

Ich hatte von den Film die koreanische DVD zur Verfügung, welche in einen ansprechenden Cover daher kommt und technisch gesehen grundsolide ist, aber niemals überragend. Dem Bild (2.35:1 Anamorphic widescreen) der koreanischen DVD fehlt es an Schärfe und Detail, dafür sind aber Farben und Kontraste einwandfrei und macht somit insgesamt einen guten Eindruck, auch wenn technisch gewiss weitaus mehr drinnen gewesen wäre. Die Dolby Digital 5.1 Tonspur ist sauber und klar, aber wie immer koreatypisch ohne nennenswerte Effekte, außer wenn es mal zu großangelegten Action Szenen kommt – also am Ende und Anfang des Filmes. Bei den Untertiteln gibt es nichts zu beanstanden, das Tempo ist gut, das Englisch einfach und klar verständlich und die Schrift gut lesbar. Extras sind wie immer ohne Untertitel, aber für den interessierten Zuschauer dank den Making of auch ohne diese interessant.


Special Features:

  • Commentary by director and crew
  • Characters
  • Making Of
  • Interview with director
  • Teaser
  • Trailer


Titel: Gabi
aka: 가비; Coffee
L/J: Südkorea 2012
Laufzeit: 115 Min
Regie: Jang Yun-Hyeon
Studio: Ocean Films; Cinema Service
Kinematographie: Oh Hyeon-Jae
Musik: Won Il(a)
Producer: Jeong Tae-Woon
Story: Kim Eun-Jeong(c)
Genre: Agententhriller

Darsteller:

Ju Jin-Mo
Kim So-Yeon
Park Hee-Sun


Besucher-Wertung
Note: 5 - Votes: 1





Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





Published: 08.09.2014
Poster

Film Bilder





































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