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Geschichte

Eine Frau wird eines Abends in einer Subway-Station in Seoul von Straßenräubern ermordet. Erschlagen wurde die Frau mit einem nicht identifizierbaren stumpfen Objekt. Einige Tage nach diesem Mord, der die Polizei und Presse in helle Aufregung versetzt, wird ein Mann auf den nächtlichen Straßen genau auf dieselbe Weise ermordet.

Die Polizei steht nun unter massivem Druck und Zugzwang. Dem Fall sind unter anderem die beiden Ermittler Oh Yoong-dal (Jeong Jin-Young) und Bang Jae-soo (Yang Dong-Geun) zugeteilt, die schon lange zusammen auf Streife gehen und als Team arbeiten. Die beiden schlagen sich mit ihren Kollegen diverse Nächte und Tage erfolglos mit der Ermittlung zu diesen Mordfällen durch, währenddessen sich weitere Morde ereignen, die der gesuchten Mördergruppe zuzuordnen sind. Oh Yoong-dal und Bang Jae-soo kommen zu dem Schluss dass sie nun zu anderen Mitteln greifen müssen, um die Mörder zu fassen. So wenden sich die beiden an den schrulligen Zuhälter Do Sang-chun – der quasi das Oberhaupt der Unterwelt auf den nächtlichen Straßen von Seoul ist. Sie erpressen Do Sang-chun, soweit das sie ihn zur Zusammenarbeit mit der Polizei zwingen um die Mörder zu finden…


Fazit

Über ein halbes Jahrzehnt lag dieser Cop-Thriller bei mir herum, statt in meinen DVD Player zu wandern geschah alles möglich in meinen Leben, aber ich kam selten auf den Gedanken mir mal endlich diesen Film anzuschauen, vor allem da ich dem Genre des Cop-Thrillers nie allzu viel abgewinnen konnte. Wenn ich nur gewusst hätte das sich hinter „Wild Card“ einer der besten Genre-Vertreter und weit darüber hinaus verbirgt, hätte ich diesen Film nicht so ein unwürdiges Dasein gegönnt, er hat es wahrlich nicht verdient.

„Wild Card“ hat mich vor allem durch seine Vielschichtigkeit, Lebensnähe, Unverbrauchtheit, seine intensiven Charakteren und seiner starken Atmosphäre in den Bann gezogen. Das Schöne an diesen Film ist das er nicht einfach nur stringent seine Handlung nach vorne erzählt, nein der Film schaut mal hier und da vorbei und offenbart uns eine Hülle an kleinen Nebengeschichten und unzähligen Nebenfiguren, die nicht nur in vorbeigehen abgeklappert werden, sondern denen allen eine Seele eingehaucht wird. Das lässt den Film atmen, authentisch und menschlich wirken, sodass sich meistens aus vielen kleinen Dingen starke Momente im Film entwickeln. Dabei verliert Regisseur Kim Yu-Jin niemals den roten Faden, sondern wertet die Hauptgeschichte mit diesen vielen Nebensächlichkeiten nur ungemein auf, was auch nötig ist, denn im Grunde ist die Hauptstory nicht besonders originell. Aber darum geht es kaum im Film, es geht mehr um das Drumherum. Dennoch ist die Hauptgeschichte insofern wichtig da sie die Handlung vorantreibt und für die nötige Spannung sorgt.

„Wild Card“ bringt eine Menge an Charakteren mit sich und somit natürlich auch eine Menge an Schauspielern, die alle eine bedeutende bzw. wichtige Rolle im Film haben. All diese Figuren wurden sehr gut zueinander arrangiert, sowohl storytechnisch als auch von ihren schauspielerischen Fähigkeiten — und das von den vielen Hauptdarstellern bis zum kleinsten Nebendarsteller. Ganz besonders gut hat mir von den vielen Hauptdarstellern Yang Dong-Geun gefallen, der mit Jeong Jin-Young die meiste Laufzeit im Film hat. Yang Dong-Geun überzeugt durch seine sehr unverbrauchte Art, die ansteckend wirkt und einen Großteil der Atmosphäre des Filmes ausmacht – sein Spiel wirkt charismatisch, überaus symphatisch, menschlich und sehr natürlich. Sein Charisma kommt teilweise sehr südländisch rüber, wie das eines verschmitzten arabischen Straßenjungen, - dieser Vergleich fällt mir als arabischstämmigen Zuschauer irgendwie als Erstes ein und ich bin sehr verblüfft das ich Yang Dong-Geuns Schauspiel damit assoziiere, aber besser kann ich es nicht beschreiben. Aber auch alle anderen spielen sehr menschlich, stark, intensiv und runden das Filmerlebnis ab.

Zu all diesen Qualitäten gesellt sich eine sehr gute Cinematografie, auch wenn das einem auf den ersten Blick nicht bewusst wird, denn am Anfang wirken die Bilder erst mal einfach nur realistisch. Die Kunst in der hier vorliegenden Cinematografie liegt darin, dass mit den sehr realistischen Bildern unterschwellig eine wunderbare Stimmung aufgebaut wird, ohne dass der Zuschauer es merkt und die draus resultierende Atmosphäre ungezwungen bis natürlich wirkt. Rückblickend betrachtet erkennt man, dass man hier sehr stark auf authentische Settings geachtet und auf billige Studioaufnahmen weitestgehend verzichtet hat. Auch Schnitt und Belichtung sind mehr als gut, aber werden niemals übertrieben eingesetzt, sondern instinktiv, so dass sie zum guten Fluss des Rests passen. Kurzum, wir haben hier eine sehr organische Cinematografie, die niemals aufdringlich wirkt, aber dennoch im Geheimen eine der großen Stärken des Filmes ist.

Ja, ich wurde von diesem Film mehr als angenehm überrascht und umso trauriger ist es, dass „Wild Card“ irgendwie bei mir und anscheinend auch im Rest der Filmwelt teilweise untergegangen ist. Gebt diesem Film eine Chance und erzählt euren Bekannten von ihm — denn er hat es verdient.


DVD

Die 2 Disk Special Edition aus Korea kommt in einen recht soliden und ansehnlichen Hochglanz-Schuber daher. Auch technisch ist diese Version wohl die erste Wahl. Das Bild (1,85:1 anamorph ) ist stellenweise ein wenig matt, hat aber eine recht ordentliche Schärfe, welche aber oft im Detail versagt, ansonsten ist das Bild eigentlich von seiner Gesamtqualität ganz gut, auch aufgrund akzeptabler Kontraste. Die DTS-Tonspur ist sehr kräftig bis brachial, sprich hier und dort bietet diese DVD einige Effekte, die in starken Bass oder schmerzhaften Knochenbrüchen münden -Zwar fehlt es diesen Effekten an der nötigen Differenzierung, aber sie wirken, so dass sie das Filmerlebnis auf jeden Fall aufrunden. Die Untertitel sind in einfachem Englisch und in ihrem Aufbau sehr verständlich, auch vom Tempo her sind die Untertitel ganz gut, bloß stellenweise manchmal einen kleinen Tick zu schnell. Die Extras sind aufgrund ihrer „Deleted Scenes” auf jeden Fall einen Blick wert, aber ansonsten eher schwaches Standard ohne Untertitel.


Extras:
  • Internactive Menu
  • Scene Selections
  • Cast
  • Video Commentary
  • Deleted Scenes
  • Trailers
  • Music Video
  • Gallery
  • Synopsis
  • Cast & Crew


Titel: Wild Card
aka: Crime City Cops ;와일드 카드
L/J: Südkorea 2003
Laufzeit: 115 Min
Regie: Kim Yu-Jin
Studio: C and Film; Eugene ENC; Cinema Service
Kinematographie: Kim Yu-Jin
Musik: Jo Sung-Woo
Producer: Jang Yun-Hyeon
Story: Lee Man-Hee(b)
Genre: Cop-Thriller

Darsteller:

Han Chae-Young
Jeong Jin-Young
Yang Dong-Geun


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Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





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Published: 27.08.2011
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