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Geschichte

Als Min-Wu (Kang Seok-Woo) seiner ersten großen Liebe Da-Hye (Lee Mi-Sook(a)) begegnet, ereignet sich in seiner Familie ein Drama, was ihn mehr oder weniger alleine in Korea zurücklässt und ihn zu tiefst verstört, so dass er eine blutige Gewalttat in Affekt begeht. Min-Wu flüchtet Hals über Kopf und lässt sein bisheriges Leben als Medizinstudent hinter sich. Am Ende findet er sich in der Unterwelt Südkoreas wieder und kommt mit der Prostituierten (Lee Hye-Young(a) ) zusammen, welche ihn sogar ein Kind schenkt. Min-Wu aber kommt nach wie vor nicht über den Verlust seiner ersten großen Liebe hinweg und verfällt immer mehr in größere Depressivität. Da-Hye selber hegt ebenfalls noch sehr starke Gefühle zu Min-Wu, egal wie tief dieser auch noch fallen mag. Zwischen Min-Wu und Da-Hye, steht der gemeinsame Freund Hyeon-Tae(Ahn Seong-Gi), der die beiden teilweise zusammengebracht hat, stets versucht hat Min-Wu zu helfen und Da-Hye in Min-Wu`s Abwesenheit zu tröstete, wobei er sich dabei selber in Da-Hye verliebt hat ….


Fazit

“Wanderer in Winter” ist ein klassisches koreanisches Melodrama, welches voller Bitternis und Hoffnungslosigkeit ist. Der Film spiegelt auch ein wenig das Lebensgefühl jener Zeit wieder, in dem die Jugend zum großen Teil desillusioniert war. Immerhin erschien der Film sechs Jahre nach dem Gwangju-Aufstand im Jahre 1980. Der Grundton von “Wanderer in Winter” ist sehr sehr depressiv, darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man sich diesen Film zu Gemüte führt, aber der Film verströmt auch zu jeder Minute typisch koreanische Melancholie, in reinster Form.

Das Hauptproblem an den Film ist das die dramatische Hauptfigur Min-Wu, gespielt von Kang Seok-Woo, in ihren Handlungen nicht immer ganz nach vollziehbar ist, aber seine Figur an sich ist auch keine einfache. Man muss bedenken dass Min-Wu alles andere als eine rationale Figur ist und sein Hintergrund sehr schwierig ist – und solche Menschen gibt es nun mal. Im Grunde handelt es sich hier um eine Figur mit schweren Depressionen.

Muss man sich so einen Film antun? Nun “Wanderer in Winter” hat auch seine guten Seiten, denn der Film zeigt Lee Mi-Sook(a) noch in jungen Jahren, in ihrer besten Zeit, so dass wir uns an ihrer klassischen Schönheit richtig satt sehen können, die sie sich bis jetzt, mit über fünfzig Jahren, noch immer erhalten hat. Auch Lee Hye-Young(a) ist mit von der Party und sie macht als junge Frau, zu jener Zeit, ebenfalls keine schlechte Figur, so dass sie ebenfalls ein schöner Hingucker ist, wobei sie auch schon hier die wesentlich schwierigere Rolle hat, sie spielt schon in “Wanderer in Winter” eine Frau aus der Unterklasse und verkörpert die Prostituierte Eun-Young – bestimmt eine gewagte Rolle zu jener Zeit. Vor allem wartet der Film, was Sex betrifft, mit überraschend offenen Szenen auf. Ich war ja schon überrascht von der Kussszene im Film, denn selbst ein Jahrzehnt später war das keine Selbstverständlichkeit im koreanischen Kino (Evtl. wurde das koreanische Kino später eher Prüde.).

Die Schönheit seiner Figuren bringt der Film, wann er kann, auch zur Geltung. Überhaupt, der Film sieht einfach gut aus. Mir haben es hauptsächlich die Bilder in diesen Film angetan, denn diese haben oft eine sehr starke Atmosphäre ausgestrahlt und fangen eben ein wenig das Gefühl einer anderen Zeit ein. Auch wenn der Schnitt in Film manchmal Katastrophal war, so ist die Cinematografie insgesamt gesehen sehr schön. Äußerlich ist dieser Film also nicht schlecht gealtert, im Gegenteil, er ist evtl. sogar noch gereift – was man inhaltlich leider nicht behaupten kann.

Wer sich einen koreanischen Klassiker zu Gemüte ziehen will ist aber bei “Wanderer in Winter” nicht verkehrt, denn er ist in meinen Augen einer der besseren, vor allem da er eben recht schön anzusehen ist und gute Schauspieler zu bieten hat – leider muss man hier eben in Kauf nehmen das das Ganze stets in seiner tiefen Melancholie schwelgt. Dafür ist “Wanderer in Winter” nicht zäh oder langweilig, denn hier reiht sich ein Schicksalsschlag nach den anderen und man fragt sich einfach nur noch was wohl in dieser unaufhaltsamen Abwärtsspirale als nächste kommt. Nein “Wanderer in Winter” hat was – es ist tiefste koreanische Melancholie und Depressivität in reinster Form, gekleidet in schönen Bildern und verkörpert von schönen Darstellern.


DVD

Die Korea DVD zu dem Film hat meine Erwartungen in Sachen Bild und Ton auf jeden Fall übertroffen, denn ich habe Filme aus Korea gesehen die gleich alt oder nur paar Jahre jünger waren und meistens nicht in so guter Qualität erhalten waren wie dieser. Wenn man das alter des Filmes berücksichtigt ist das Bild (1.85:1 ) sehr gut, denn es weist eine ordentliche Schärfe auf und hat sehr gute Kontraste und Farben – auf Details im Bild darf man natürlich nicht setzten. Die Dolby Digital 2.0 Tonspur ist ebenfalls noch gut erhalten, hier und da werden zwar einige Töne verschluckt oder andere Töne erscheinen zu schrill, aber im Großen und Ganzen ist alles im Bereich des vertretbaren. Die Untertitel im Film sind meistens in einen guten Tempo, nur in ganz wenigen Szenen sind sie zu schnell eingeblendet, ansonsten sind sie stets klar sichtbar, bloß manchmal wird etwas schwieriges Vokabular benutzt und hier und da sind einige Rechtschreibfehler zu finden. Extras hat die DVD keine.


Titel: Wanderer in Winter
aka: 겨울나그네
L/J: Südkorea 1986
Laufzeit: 120 Min
Regie: Gwak ji-Gyun
Studio: Dong-A Exports
Genre: Melodrama

Darsteller:

Ahn Seong-Gi
Lee Hye-Young(a)
Lee Mi-Suk


Besucher-Wertung
Note: 3 - Votes: 1





Film



Bild



Ton



Untertitel





Published: 13.04.2014
Poster

Film Bilder























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