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Geschichte

Sang-ho (Ryu Su-Young) ist ein Student zu Zeiten politischer Unruhen und Studentenaufstände in Korea, so flüchtet er vor dem Regime, weit raus auf das koreanische Land, um dort unterzutauschen. Hier zieht er in ein schäbiges und vor allem löchriges Holzhaus ein. Da der Boden seines Zimmers voller kleiner Löcher ist beginnt er das verheiratete Ehepaar, unter ihm, beim Sex zu beobachten. Vor allem beginnt aber sein Verlangen nach der sehr schönen Ehefrau Hee-ran (Kim Ji-Hyeon) zu steigen und so beobachtet er ihren Alltag Schritt für Schritt – bis er sich nicht mehr zügeln kann und eines Nachts ihren Mann (Choi Cheol-Ho) imitiert und mit ihr schläft…


Fazit

„Summer Time“ ist einer der wenigen Erotikfilme Koreas die sich wirklich als solchen bezeichnen dürfen, denn in diesem Werk knistert es gewaltig. Die Erotikszenen im Film sind bisher das expliziteste was ich aus Korea gesehen habe. An sich merkt man den Film sein recht geringen Aufwand an und seine einfache Machart ist nicht zu übersehen. Trotzdem wirken die Bilder gerade in den Erotikszenen, die den Hauptbestandteil der Laufzeit ausmachen, sehr ästhetisch und rücken vor allem Kim Ji-Hyeon(a) in ein wahrlich verführerisches Licht. Man nimmt den Film sogar trotz seiner wenigen Drehorte und Dialoge den dargestellten Zeitgeist ab. Die Cinematographie wirkt in all ihren Bildern, mit der passenden Musik, und so zieht der Film einen, von der ersten bis zur letzten Minute, in seinen atmosphärischen Bann. Von diesem Sog lebt der Film, neben seiner gut in Szene gesetzten Hauptdarstellerin Kim Ji-Hyeon, die sehr viel Haut zeigt und die mit ihren Akteuren, für koreanische Verhältnisse, ungewöhnliche sowie prickelnde Sexszenen auf die Leinwand zaubert. Leider hatte Kim Ji-Hyeon nach diesem eindrücklichen Debüt-Auftritt nie mehr wieder einen Leinwandauftritt.

Inhaltlich ist der Film sehr lau und von Anfang an vorhersehbar. Das spielt aber hier kaum eine Rolle, denn hauptsächlich lebt die Geschichte im Film von ihrer Stimmung und eben der Erotik. Beides ist hier mehr als gekonnt in Szene gesetzt worden. Obwohl „Summer Time“ Geschichte in ein paar Worten erzählt ist, hat der ganze Film mehr Substanz als so manch anderer aufwendigere Film aus diesem Genre. So kann man auch „Summer Time“ nicht einfach als simplen Erotikstreifen abtun. In der erzeugten Stimmung die von der Bildsprache, Musik und auch den natürlich und gut agierenden Schauspielern ausgeht, liegt Spannung, Melancholie und die Ruhe einer Provinz, fernab von politischen Unruhen – eine Ruhe die sich auch auf den Zuschauer angenehm und wohltuend niederlegt. So wirkt der Stress des Alltags einen beim anschauen von „Summer Time“ plötzlich ganz befremdlich. Dadurch dass der Film in einen Dorf spielt, geht von „Summer Time“ auch ein ziemlich starkes koreanisches Flair aus.

Das mag sich alles einwenig nach Arthouse-Kost anhören, aber Regisseur Park Jae-ho präsentiert uns dann doch eher ein Film mit Hand und Fuß, denn die Geschichte mag zwar vorhersehbar sein, aber es gibt hier nichts zu interpretieren, weil alles erzählt oder in Bildern gezeigt wird – so bleiben keine Fragen offen und die Geschichte ist konsequent und zielstrebig erzählt, was den Film zugute kommt. Irgendwo lieg aber gerade in dieser einfachen, teils rustikalen, Art des Films ein ungeheurer Charme, der auf mich eine gewisse Faszination ausgeübt hat. Allein die einfache Musik ist ein gutes Beispiel dafür, sie erzeugt gekonnt mit den einfachsten, aber sehr schönen, Klängen eine einzigartige Atmosphäre, auch wenn die Musik nicht all zu stark variiert. Wenn z.B. Kim Ji-Hyeon ausgelassen im Nachthemd bei kultiger koreanischer Musik aus den achtziger Jahren, in ihrer Bruchbude, zu tanzen beginnt – hat das was und man ertappt sich dabei wie man mit den Rhythmus mit geht und von dieser einfachen Szene fasziniert ist. So lebt der Film von der verführerischen und nicht fassbaren Aura Kim Ji-Hyeon, denn ihre Anstrahlung ist diejenige im Film die am schwersten wiegt. Neben ihr wirkt noch Choi Cheol-Ho als ihr Ehemann am intensivsten in seinen Spiel, alle andern sind entweder nicht so stark im Fokus des Geschehens, oder wirken wie Ryu Su-Young in der Hauptrolle als Voyeur und Begehrender eher blass. Das etwas blasse Spiel, von eben Ryu Su-Young, stört aber kaum, denn alles drum herum hebt dieses Manko schnell auf und übertüncht sein nicht schlechtes aber laues Spiel.

Also wer schon immer ein durch und durch koreanischen, sowie guten, Erotikfilm anschauen will ist bei „Summer Time“ bestens aufgehoben. „Summer Time“ wirkt in sich des Weiteren einzigartig und bewegt sich leichtfüßig und ohne Sorgen fernab von jeglichen Kommerz. So ist dieses Werk überraschenderweise einer der interessantesten aus dem Jahre 2001.


DVD

Ich hatte von dem Film die Hongkong DVD, in einen recht verlockenden Schuber zur Verfügung. Technisch ist die DVD zwar nicht die Wucht, aber völlig ausreichend. Das Bild (wahrscheinlich: 1.85:1 anamorphic Widescreen) der DVD ist O.K, aber nicht überragend, denn in Sachen Schärfe, Kontraste und Detail bewegt sich der Film stets auf ausreichenden Niveau und verleiht den Film manchmal einen schmuddeligen Look. Hier und da bilden sich manchmal Treppeneffekte. Der Dolby Digital 5.1 Sound ist grundsolide, aber nicht mehr, denn er bietet keine Effekte, keine Verteilung auf die Boxen, sondern einfach nur eine simple saubere Tonspur. Die Untertitel sind in einfachen Englisch, etwas klein geschrieben und manchmal ein klein wenig zu schnell, aber sie sind in diesen Film so oder so eher Nebensache. Extras sind auf dieser DVD keine vorhanden.


Titel: Summer Time
aka: 썸머타임
L/J: Südkorea 2001
Laufzeit: 104 Min
Regie: Park Jae-ho
Studio: Sidus: Cinema Service; iPictures; Terasource Capital Investment
Kinematographie: Shin Hyeon-Jung
Producer: Cha Seung-Jae
Genre: Erotikfilm

Darsteller:

Choi Cheol-Ho
Kim Ji-Hyeon


Besucher-Wertung
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Film



Bild



Ton



Untertitel





Published: 01.01.2010
Hong Kong DVD

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