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Geschichte

Yun Jung (Kim Min-Seon) stammt aus einer Familie die auf eine lange und stolze Linie von großen Zeichnern am Hofe des Königs zurückblicken kann. Und so beweist auch Yun Jung schon in sehr frühem Alter außerordentliches Talent, aber es ist die Pflicht des Bruders die Familien-Tradition zu pflegen und die Ehre der Familie aufrecht zu halten. Nach dem sehr frühen Selbstmord des Bruders, fällt diese Aufgabe aber jedoch auf die junge Schwester und somit müssen diese kleinen und zierlichen Schultern schon sehr früh die Verantwortung und die Wiedergutmachung für den Tod des Bruders tragen. Also nimmt die kleine Schwester Shin Yun Jung den Namen ihres Bruders an und heißt von nun an Shin Yun Bok, denn nur ein Mann darf sich in dieser Zunft am Hofe behaupten. Shin Yun Bok die sich später als junger Mann ausgibt und eigentlich zu einer zärtlichen Frau heranreift, steigt innerhalb der königlichen Zeichen-Schule schnell zu den besten Künstlern am Hofe auf, aber schockt auch dort viele Lehrer und Adlige mit ihren Talent für die explizite Darstellung des weiblichen Körpers. Ihre Zeichnung berühren das Herz ihres Mentors Kim Hong (Kim Young-Ho(a)), aber Shin Yun Bok Herz gehört den Straßenjungen Kang Moo (Kim Nam-Gil) welcher ihre unterdrückte weibliche Sexualität förmlich befreit…


Fazit

Im Jahre 2008 wird einen der größten Künstlern Koreas - Shin Yun Bok gleich zweimal Tribut gezollt, denn so entstanden in diesen Jahr die Serie „Painter of the Wind“ und eben der Film „Portrait of a Beauty“, die beide auf der erfolgreichen Novelle von Lee Jung Myung basieren. Lee Jung Myung`s Werk vertauscht aber die Geschlechtsrollen des Künstlers Shin Yun Bok und somit erklärt der Autor das künstlerische Verständnis Shin Yun Bok für den weiblichen Körper.
Die Geschichte wird auch recht interessant und reizvoll rübergebracht und verleiht den Film seine nötige Substanz. Der Gehalt der Geschichte ist nicht hoch aber auch nicht zu gering, so dass die Geschichte ergänzend zur visuellen Pracht des Filmes wirkt.
Für all diejenige die des Zeichnen mächtig sind oder gar einen Beruf darin ausüben ist der Film ganz klar eine Empfehlung, denn hier wird nicht nur eine Geschichte über den Zeichner erzählt mit allen drum und dran, und dabei rücken wie so oft die Bilder selber in den Hintergrund – nein hier sind die Bilder und eben ihre Erschaffung auch ein Bestandteil des Films, wenn nicht gar der schönste und das hat mein Herz als ehemaliger Zeichner erfreut. „Portrait of a Beauty“ ist ein Film für Bild-Ästheten. Visuell ist der Film meisterlich und erinnert an Duelist von Bildfetischist Lee Myung-Se, bloß das uns „Portrait of a Beauty“ etwas mehr bietet als nur einen herrlichen Bilderrausch. „Portrait of a Beauty“ ist schließlich ein Film der einen der größten Künstler Koreas Tribut zollt und somit steckt in den Film auch eine immense schöpferische Kraft, wie es sich für einen Film über einen Zeichner gehört. Wenn ein Bild geschaffen wird ist das einer der eindruckvollsten Momente im Film – von der Inspiration bis hin zum Endprozess, wo die Ideen und Gefühle zu Papier gebracht werden. Des Weiteren ist „Portrait of a Beauty“ vielleicht einer der Filme die das traditionelle Korea zur Zeit der Chosun Dynasty bisher am schönsten illustriert. Die Kostüme, die Kulissen, die dargestellten Traditionen und viele kleine Details sind hier atemberaubend. Hier und da steckt in den Bildern ein wenig Symbolik die zwar alles andere als dezent ist, aber ihre Wirkung trotzdem wegen ihrer Intensität nicht verfehlt. Von der Symbolik hätte ich mir gerne mehr gewünscht, denn sie war doch etwas rar im Film, aber wenn sie vorhanden war, hat sie Eindruck gemacht.
Wer einen erotischen Film in „Portrait of a Beauty“ sucht, sei gewarnt. Es kommt zwar reichlich viel nackte Haut vor und ein paar Sexszenen sind auch vorhanden, aber all diese Momente sind so stark ästhetisiert das man eher in den schönen Bildern schwelgt, der schönen Musik lauscht und sich der herrlichen Atmosphäre hingibt, aber die Erotik geht hier auf jeden Fall unter.

Die Bilder die der Film in der ersten Hälfte auf den Flimmerkasten zaubert sind einer der größten Reize des Films. Sie wirken aber nicht einfach nur schön und professionell, sondern vermitteln Gefühle und fangen stets eine gewisse Stimmung auf. Die Bildsprache wirkt sehr organisch, wie es ein Wong Kar-Wai nicht besser hin bekommen könnte. Zu dieser meisterlichen Cinematografie gesellt sich dann auch noch ein herrlicher Soundtrack, so dass von den Bildern und der Musik eine unglaubliche Poesie ausgeht. Allein wie die Bilder in ein herrliches Licht getaucht werden, lässt einen manchmal den Atem stocken. „Portrait of a Beauty“ lebt auch von seinen schönen Kulissen – die gekonnt bei Tag und Nacht, bei Sonne und Regen wirken. Hier und da bekommt man auch einen recht schönen Eindruck von der koreanischen Natur.

Gegen Ende verliert der Film leider einwenig von all dem, die Poesie rückt im Hintergrund und musst dem dramatischen Element Platz machen, was schade ist den die schöpferische Kraft der Bilder hätte ohne weiteres in den dramatischen Part einfließen können, aber der Fehler von Regisseur Jeon Yun-Su ist das das eine Element das andere ablöst. Regisseur Jeon Yun-Su verliert sich gegen Ende zu sehr in seiner Dramatik und wirkt zu theatralisch. Das dramatische Element wirkt zwar nicht richtig störend und auch der Übergang ist gut gemacht, aber man misst die Kraft und Poesie aus dem überwiegend ersten Teil des Films und somit verliert der Film in Sachen Bildsprache am Ende des Films eindeutig an Qualität.

Schauspielerisch beeindruckt in diesen Film am meisten Kim Young-Ho(a) in der Rolle des Mentors, weil sein intensives und starkes Spiel ist das einzige im Film was es vermag sich gegen die vorherrschende Bildkraft im Film zu behaupten. Seine majestätische und manchmal aufbrausende Art erinnert an die eines Tigers und beeindruckt. Die anderen Schauspieler wirken eher wie reine Statisten und schaffen es kaum sich in der visuellen Pracht des Filmes zu profilieren. Besonders die Hauptrolle Kim Min-Seon, als weibliche Shin Yun Bok, wirkt wie eine liebliche Puppe, aber die Emotionen die ihr Charakter vermitteln soll werden fast ausschließlich von der Kamera erledigt, denn diese rückt sie stets in den richtigen Winkel oder passende Licht, so dass ihr keine großartigen schauspielerischen Qualitäten abverlangt werden und ganz ehrlich es stört auch kaum. Negativ fällt somit auch kein einziger Schauspieler auf – auch nicht bei den Nebendarstellern, denn alle spielen hier sehr gekonnt und souverän, aber eben nicht auffallend bis eben auf Kim Young-Ho(a).

„Portrait of a Beauty“ ist kein Film der mit Künstlerfilmen wie Chi Hwa Seon oder Kostümfilmen mit einer starken Brise Erotik wie Untold Scandal mithalten kann. „Portrait of a Beauty“ ist zwar beiden Filmen sehr ähnlich und vereint sogar beide Elemente, aber ist dafür in seiner Qualität nicht gleich bleibend genug. Das Zeug dazu hatte „Portrait of a Beauty“ allemal, er hätte beide genannten Filme vielleicht sogar überflügeln können. Dennoch bleibt ein sehenswerter Film zurück, vor allem für Kunstliebhaber und Ästheten, denn der Film wirkt zu keiner Minute steril, sondern hat eine nötige Würze die ihn stets interessant macht. So hebt sich der Film doch angenehm von der Masse ab, da er doch irgendwie seine eigene Note vorweist. Von einen Regisseur wie Jeon Yun-Su konnte man auch kaum einen schlechten Film erwarten und so bleibt auch „Portrait of a Beauty“ vielleicht nicht sein bester Film, aber ein weiterer guter Film in seiner Karriere.


DVD

Die koreanische Limited Edition kommt in einem verlockenden Schuber daher in dem sich wiederum zwei DVDs befinden. Technisch befindet sich die DVD auf einen typisch hohen koreanischen Standart. Das Bild (anamorphic widescreen 1.85:1)der DVD besticht durch kräftige Farben, schönen Kontrasten, einer guten Detailfülle und einer ordentlichen Schärf, aber manchmal bilden sich kleine Treppeneffekte im Bild. Der Ton ist als DTS und Dolby Digital 5.1 verfügbar, ich griff diesmal zur Dolby Digital 5.1 -Tonspur, da diese sehr kräftig und klangvoll war und eine ordentliche Verteilung auf die Boxen besaß, aber eine leicht dezentere Verteilung wehre noch optimaler gewesen. Die Untertitel sind in einem guten Tempo, klar sichtbar, aber manchmal wird ein unnötig schwieriges Vokabular benutzt. Die Extras sind interessant und umfangreich, alleine wegen den „Deleted Scenes“ und den „Making Of“ sind sie einen Blick wert, auch wenn die Extras wie immer keinen Untertitel besitzen.

Extras:

Disc 1
  • Feature with commentary


Disc 2
  • Making
  • Production Design
  • Costume Design
  • Interview with Music Director
  • Deleted Scenes
  • Paintings
  • Poster Making
  • Music Video
  • Trailer


Titel: Portrait of a Beauty
aka: Miindo; 미인도
L/J: Südkorea 2008
Laufzeit: 108 Min
Regie: Jeon Yun-Su
Studio: Irum Pictures; CJ Entertainment
Kinematographie: Park Hee-Ju
Musik: Hwang Sang-Jun
Producer: Lee Seong-Hun
Animation: Jeong Do-An
Story: Han Su-Ryeon
Genre: Kostümfilm, Drama, Künstlerfilm, Erotik

Darsteller:

Chu Ja-Hyeon
Kim Min-Seon
Kim Young-Ho (a)


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Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





Published: 02.08.2009
Korea Limited Edition

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