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Geschichte

Die junge Steuereintreiberin Mi Na (Choi Gang-Hee) erfährt, aus ihrer Heimatprovinz Muju, das ihr Vater schwer krank in einen Krankenhaus eingeliefert worden ist. Mi Na hat eigentlich schlechte Erinnerungen an ihre Heimat und will trotz ihres kranken Vaters dort hin nicht zurück und versucht sich aus der Verantwortung zu ziehen, indem sie ihn einfach nur Geld abspeist. Aber mit ihrer Arbeit in Seoul läuft es gerade auch nicht unbedingt gut, so dass sie sogar für eine gewisse Zeit suspendiert wird. Widerwillig reist sie in ihrer erzwungenen Auszeit nach Muju zurück, mit der Intention den alten Kinderladen des Vaters zu verkaufen. Da sie aber erstmal diesen kleinen Laden bis zu ihren Vorhaben am Leben erhalten muss, kommen langsam wieder alte Erinnerungen an ihre Kindheit hoch und die vielen kleinen Kinder in ihren Laden ändern nach und nach doch ihre Denkweise …


Fazit

„Happiness for Sale“ ist der Inbegriff eines guten und klassischen koreanischen Feelgood-Streifen, welche aktuell leider recht rar geworden sind. Regisseur Jeong Ik-Hwan der mit diesem Film meiner Meinung nach ein beachtliches Debüt hinlegt, hat mit „Happiness for Sale“ nicht nur einen sehr schönen Film geschaffen, sondern auch einen kleinen Film der weit über die kurzweilige Unterhaltung hinausgeht, denn sein Film bietet den Zuschauer leichte sozialkritische Anklänge an unsere moderne Gesellschaft und mehr. So ist z.B. unsere Hauptfigur eine hübsche junge Dame, in der pulsierenden und modernen Hauptstadt Seoul, welche voller Wut, Hass und Verachtung ist – sie hat sich der harten produktiven, erfolgsorientierten und gierigen Ellbogengesellschaft vermeintlich angepasst und dabei ist ihr Gefühl für das soziale Miteinander anscheinend total abhanden gekommen. Erst als sie zu einer Auszeit aus diesem alltäglichen Kampf gezwungen wird, nimmt sie sich die Zeit ihre Heimatprovinz zu besuchen und dort auch ihren kranken Vater. Hier ist sie gezwungen mit Kindern zusammen zu arbeiten, da ihr Vater krank ist und er einen kleinen Kinderladen direkt vor der Schule betreibt. Das verhärtete Herz unserer Protagonisten füllt sich mit alten Erinnerungen aus der Kindheit, der Film wird von Nostalgie durchströmt, sie muss sich plötzlich mit den kleinen Problemen der Kinder beschäftigen, welche aber in den Augen der Kleinen ganz ganz große sind, so entdeckt sie wieder ihre kindliche Ader und ihr Herz und der Film wird durchströmt von Herzlichkeit, kindlicher Scham und Unschuld.

Das tolle an „Happiness for Sale“ ist das der Film zwar seine Hauptfigur hat, aber seinen vielen Nebenfiguren stets Tiefe einhaucht und ihre kleinen Geschichten Leben und Emotionen besitzen, so dass der Film dann auch selber unglaublich lebendig wirkt. Man empfindet somit als Zuschauer sehr schnell Sympathie zu den unzähligen Figuren rund um den kleinen Laden im Film. Nicht selten sind mir die Tränen bei so mancher kleinen Geschichte im Film gekommen, denn der Film lebt von seinen vielen kleinen Geschichten die in der Haupthandlung vorkommen.

Die Ganze Atmosphäre Drumherum, wird mit einer herrlich schönen, klaren, lichtdurchfluteten und zielgerichteten Cinematography illustriert. Die Bilder wirken oft sehr verträumt und nostalgisch, ohne dass man sich dabei jemals manipuliert fühlt. Man kann sagen das die Cinematography die Herzlichkeit und Wärme des Filmes aufnimmt und wunderbar in seinen Bildern wiedergibt, die somit teilweise schon fast was märchenhaftes haben, insbesondere bei so manchen Rückblenden in die Kindheit oder besonders nostalgischen Momenten. Gewissen Schlüsselszenen werden von einer passenden Filmmusik untermalt, welche dann die richtigen Gefühle beim Zuschauer schüren soll. Optisch und Akustisch ist „Happiness for Sale“ somit wunderbar, aber nur deswegen weil die Cinematography im Gleichklang mit der Geschichte und seinen Darstellern funktioniert – hier harmoniert alles miteinander und das ist eben einer der ganz großen Stärken von „Happiness for Sale“.

Schauspielerisch gesehen mag dieser Film jetzt keine Meisterleistungen bieten, aber auch keinen einzigen Darsteller dessen Performance man zu beanstanden hat und das ist beachtlich bei so vielen Kinderdarstellern wie in diesen Film, denn viele Kinder im Film sind doch noch sehr jung. Ich denke allein dieser Aspekt dürfte für das Filmteam eine gewisse Herausforderung gewesen sein, welche sie gut gemeistert haben. Die Hauptdarstellerin Choi Gang-Hee und der mehr oder weniger auch zweite Hauptdarsteller Bong Tae-Gyu, machen ihre Sache ebenfalls gut und überzeugen durch ihr leichtes und herzliches Spiel, was sie beide schnell symphytisch macht. Choi Gang-Hee und Bong Tae-Gyu ist das Genre ja auch nicht fremd, denn die meisten Filme in denen sie mitgewirkt haben waren lockere und heitere Filme, so wie eben auch „Happiness for Sale“, so dass sie hier eine sehr routinierte aber auch gute Performance abliefern. Die vielen Nebendarsteller machen ihre Sache ebenfalls einwandfrei und die Kinderdarsteller habe ich ja schon lobend erwähnt.

In einer Zeit wo die Filme sich an Brutalität und Sexdarstellungen überbieten und unsere Gesellschaft verrohen lassen, indem sie pervertierte Ideen unterschwellig aus den vielen Krisengebieten in die Wohlstandsgesellschaften importieren, welche wiederum eben diese Gewalt in diese Krisengebiete durch Waffen, Gier, Geld und und … exportiert hat, ist „Happiness for Sale“ eine wahre Wohltat für die Seele. Der Film vermittelt Werte und Botschaften die gut sind, ohne dabei jemals lehrhaft zu wirken, denn Regisseur Jeong Ik-Hwan versucht diese Dinge in den Zuschauer selber zu wecken, wenn er diese freilich nicht hat, so wird dieser Film den Zuschauer nicht berühren, weil ihn die dazugehörigen Abbilder in seinen Inneren fehlen. Auch zeigt der Film dass wir Kinder motivieren müssen, somit glauben wir noch an die Zukunft und an das Gute, so dass das Kind plötzlich zu unheimlichen Leistungen fähig ist. Wenn wir nicht mehr an die Zukunft glauben, an was sollen die Kinder dann noch glauben? Ich habe diesen Film auf jeden Fall sehr gemocht, auch wenn es gewiss jetzt nicht der ganz große Film ist, aber manchmal sind es eben genau diese kleinen schönen Filme wie „Happiness for Sale“ die man in Wahrheit unbewusst wirklich sucht. Mich hat der Film spätestens dann verzaubert als es um ein Duell im Ranking eines alten Street Fighter II Spieleautomaten ging, das nach Jahrzehnten von „nun“ Erwachsenen fortgeführt wird – mein Gott das ist Nostalgie pur, ich denke so einen Film kann man einfach nur gern haben …


DVD

Die koreanische DVD hat bis auf einen Trailer keinerlei Extras, aber überzeugt dafür technisch. Das Bild (1.85:1 Anamorphic Widescreenist) ist sehr scharf, hat gute Kontraste, und Farben – sprich es bewegt sich auf einen sehr hohen DVD Niveau. Die koreanische Dolby Digital 5.1 Tonspur ist kräftig, sauber, aber wieder koreanisch typisch ohne nennenswerte Differenzierung die eine 5.1 Anlage wirklich ausnutzt. Die Untertitel sind klar sichtbar, in sehr guten Tempo und verständlichen Sätzen, die nur manchmal etwas schwieriges und umständliches Vokabular beherbergen.


Titel: Happiness for Sale
aka: Minas Stationery Store; 미나문방구
L/J: Südkorea 2013
Laufzeit: 106 Min
Regie: Jeong Ik-Hwan
Studio: Lotte Entertainment; Byuluibyul
Story: Bae Se-Young
Genre: Drama/Komödie

Darsteller:

Bong Tae-Gyu
Choi Gang-Hee


Besucher-Wertung
Note: 4.75 - Votes: 4





Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





Published: 10.01.2014
Poster

Film Bilder



































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