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Geschichte

Der Junge Seon Jae (Oh Tae-Kyung) begibt sich nach den Tod seines Vaters auf die Suche nach seiner Mutter. Diese Reise entwickelt sich immer mehr zu einer spirituellen Reise. Seine Odyssee führt ihn zu diversen Begegnungen mit fremden Menschen und letzten Endes offenbart sich ihm immer mehr das Wesen des Buddhismus…


Fazit

Basierenden auf einen Roman des damaligen Mönches und politischen Aktivisten Go Eun ist „A Passage to Buddha“ einer der bisher bekanntesten buddhistischen Filme aus Korea. So heimste der Film damals unzählige Preise ein und rückte die koreanische Filmwelt zu jener Zeit in ein ungewohntes Rampenlicht. Der Film ist eine moderne Interpretation der Avatamsaka-Sutra (zu Deutsch: „Blumengirlanden-Sutra“). Diese Sutra ist sehr nordasiatisch geprägt, sprich insbesondere in China und Korea stark vertreten und hat von dort dann auch seinen Weg nach Japan gefunden. Der Ursprung dieser Sutra ist natürlich in Indien zu finden, aber ist heute in Nordasien über die Zeit etwas verändert worden und hat dort eine wichtige Rolle im nordasiatischen Buddhismus eingenommen. So wird in der ursprünglichen Sutra auch die Odyssee eines Jungens namens Sudhana beschrieben, anhand welcher der Weg Bodhisattva erläutert und erklärt wird.

„Wir sehen am Anfang des Filmes ein Kind was sich durch den Tod seines Vaters gravierend verändert und sich danach auf der Suche nach seiner Mutter begibt, was in der Suche der vollkommenen Weisheit und Erleuchtung mündet. Er wird immer befremdlicher und immer weniger Kind, vielleicht war er es auch niemals, seit dem sein Vater gestorben ist und seine Seele braucht Erlösung. Am Ende seiner Reise findet er seine Antworten und stirbt - oder doch nicht, durch das treffen eines anderen Kindes und durch die Findung seines Selbst auf der Reise wird er wieder zum Kind.„

Ja „A Passage to Buddha“ ist kein einfacher Film, aber lohnenswert für Interessierte, denn was er vermittelt ist durchaus komplex und dennoch ist er verhältnismäßig einfach und schön konstruiert. Gewiss „A Passage to Buddha“ mag für Zuschauer die sich mit den Buddhismus auskennen oder selber welche sind mehr wirken, da diese einfach aus allen viel mehr herausziehen können als ein Laie – wie ich es bin, aber trotzdem auch jemand der sich mit der Thematik nicht auskennt kann was mit diesen Werk anfangen, da es stets bemüht ist in seinen Botschaften und seiner Philosophie klar, einfach und eindeutig zu sein. So ist der Film also auch insbesondere für Laien interessant, weil dieser Film uns einen interessanten Einblick in den Buddhismus gewehrt, auch wenn dieser bestimmt etwas kontrovers ist, nicht umsonst galt dieser Film damals und auch heute noch als extrem Provokant – und das bestimmt besonders in buddhistischen Kreisen.

Die Erotikszenen z.B. mit den jungen Hauptdarsteller Oh Tae-Kyung sind, dann auch wirklich etwas fragwürdig, denn hier hat er als junger Knabe eindeutige Szenen mit erwachsenen Frauen. Ohne Frage Regisseur Jang Sun-Woo will einwenig schockieren, andererseits sind diese Szenen auch der Grundthematik dienlich und sollen die buddhistische Weisheit „Don`t lough at sexual desire! It`s the seed of Buddhist saint“ filmisch illustrieren. Ob dies so in dieser Form nötig gewesen wäre ist streitbar, meiner Meinung nach „nein“, denn das hätte man auch alles ganz anders inszenieren können, in dem der Junge z.B. eher Beobachter als gleich Teilhaber dieser Weisheit ist. Wie auch immer die Rechnung von Regisseur Jang Sun-Woo dürfte aufgegangen sein, denn diese Szenen haben den Film teilweise zu seinen zweifelhaften Ruhm verholfen, aber wirken auch einwenig so als ob Regisseur Jang Sun-Woo nach Aufmerksamkeit heischt.

Der Film ist in seiner Art gewiss einzigartig und schafft es dennoch nicht abgehoben zu sein. Trotz der vielen spirituellen Botschaften versucht Regisseur Jang Sun-Woo auf den Boden der Tatsachen zu bleiben und auch das spirituelle und teilweise abstrakte Wissen des Buddhismus damit zu vermengen. Wer bei „A Passage to Buddha“ auf Unterhaltung aus ist, sei vorgewarnt, denn das ist der Film nur bedingt bis gar nicht – man muss diesen Film eher als philosophischen Erguss sehen, der hier und dort gewiss durch das Medium Film seine visuellen Reize hat, aber diese stehen oft für sich alleine in abgeschlossenen Szenen da – ansonsten ist der Film doch einwenig anstrengend und erfordert Aufmerksamkeit, sprich man muss sich darauf einlassen und Interesse für die Thematik aufbringen, sonst wird man kaum was mit diesen Werk anfangen können.

Aber das Hauptproblem des Filmes liegt eher bei der zentralen Hauptfigur Seon Jae, gespielt von Oh Tae-Kyung, da man sich mit dieser kaum identifizieren kann, das macht wiederum den Film nicht gerade zugänglich. Alle Figuren drum herum wirken viel interessanter und menschlicher als unsere Hauptfigur, dass liegt natürlich daran das die Hauptfigur Seon Jae nur ein Medium ist, was von seiner Umwelt lernt – so nimmt er die Fehler, Gefühle, Taten und und… um sich herum auf und wertet diese aus, er selber ist dabei etwas wertefrei, sprich er ist fast wie ein unbeschriebenes Blatt und wirkt sogar teilweise stoisch, blass bis hin zu uninteressant. Auch mag es daran liegen das der junge Hauptdarsteller Oh Tae-Kyung schwach bis nichts sagend wirkt, aber hier hat wahrscheinlich auch der richtige Umgang mit einen Kinddarsteller gefehlt, denn ein Kind als Hauptdarsteller zu wählen ist immer eine Herausforderung – eine Herausforderung an der Regisseur Jang Sun-Woo einwenig gescheitert ist.
Die Ironie an dieser Schwäche ist das diese um so mehr auffällt, weil fast alle Nebendarsteller gut bis sehr gut spielen und in der Summe einen Grossteil der Qualität des Filmes ausmachen. Nebendarsteller sind dann auch reichlich vorhanden, da der Film Aufgrund seiner Geschichte eine Fülle von Figuren mitbringt. Die Nebenplots mit samt seinen Nebendarstellern erscheinen einen stets attraktiver und interessanter als der eigentliche Hauptplot mit seinen blassen Hauptdarsteller – trotzdem die Nebenhandlungen und Nebendarsteller sind stets eng mit den Hauptplot verwoben, da eben dieser aus jenen seine Lehren und Weisheiten zieht.

Die Cinematographie des Filmes ist für seine Zeit und wenn man die damalige Entwicklung des koreanischen Kinos berücksichtigt ganz gut und weist stellenweise Szenen auf die in ihrer visuellen Kraft einmalig sind. Diese Szenen sind prägend, besonders da sie sehr ins träumerische abdriften – hier gesellt sich zu den starken Bildern eine recht schöne Musik die bisweilen unter die Haut geht und eine einmalige und mystische Atmosphäre schafft. Dennoch handelt es sich bei dem Film jetzt nicht um ein cinematographiesches Meisterwerk, denn diese Szenen sind nur paar visuelle Schmankerl, weil insgesamt wirken viele Aufnahmen recht schnörkellos und sind einfach nur darauf aus die klare Intension und Botschaft des Filmes sinngemäß in Bildern wieder zu geben. Zu jener Zeit gab es schon frühere Werke aus Korea die die Meßlatte in Sachen Cinematographie recht hoch gesetzt haben wie z.B. Hwang Jin Yi aus dem Jahre 1986. So mag „A Passage to Buddha“ zwar nicht das non plus Ultra in Sachen Bildgestaltung gewesen sein, aber bewegte sich trotzdem noch immer weit über den Durchschnitt, vor allem da seine Bilder auch nach wie vor noch auf einen wirken, sei es in seinen realistischen Bildern oder auch in seinen visuell beeindruckenden Traumsequenzen, die Bilder wirken stets zeitlos, vor allem da anscheinend recht wenig in Studios gedreht worden ist.

„A Passage to Buddha“ ist letzten Endes bestimmt kein Film für die breite Masse, da mag dieser Film auch noch so viel Preise gewonnen haben, dazu ist er einwenig zu sperrig aufgrund der genannten Schwächen. Warum ist dieser Film trotzdem ein Klassiker? Weil dieser Film bis heute in seiner Aufmachung und Erzählweise zeitlos gestaltet ist. Ich persönlich empfand „A Passage to Buddha“ nicht gerade als den „Großen Wurf“, aber konnte den Film dennoch hier und da wegen einigen interessanten Aspekten was abgewinnen, trotzdem empfand ich den Film stellenweise einwenig zu zäh. Zu entdecken und interpretieren gibt es sicherlich viel in „A Passage to Buddha“ und so denke ich das dieser Film für Interessierte sicherlich einen Blick wert ist.


DVD

Ich hatte von dem Film die rare koreanische Singel DVD zu Verfügung. Wenn man das alter des Filmes bedenkt ist das Bild (Anamorphic Widescreen 1.85:1) recht gut in seiner aufbereiteten Version, da es eine ordentliche bis sehr gute Schärfe aufweist und saubere Farben sowie gute Kontraste besitzt – die hier und da etwas matt wirken aber dennoch als Gesamtwert recht gut sind. Die Dolby Digital 2.0 Tonspur ist meistens sauber und ordentlich remastert, aber es gibt einige Szenen die stark beschädigt sind, so das sie ein starkes Rauschen und Knistern aufweisen, dass stört dann doch ein wenig und kann den Filmgenuss einwenig trüben. Die Untertitel sind tadellos, da sie einfach, klar, deutlich und in gutem Tempo sind. Extras sind kaum welche vorhanden, was bei diesem Film ungemein schade ist.


Extras:
  • Original Poster
  • Photo Gallery
  • Trailer


Titel: Passage to Buddha
aka: Hwa-Eom-Gyeong; The Avatamska Sutra; 화엄경
L/J: Südkorea 1993
Laufzeit: 126 Min
Regie: Jang Sun-Woo
Studio: Taehung Pictures
Kinematographie: Yu Yeong-Gil
Producer: Lee Tae-Won
Genre: Drama/Roadmovie

Darsteller:

Lee Hye-Young(a)
Oh Tae-Kyung
Shin Hyeon-Jun


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Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





Published: 21.06.2010
Korea DVD

Film Bilder



















































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