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Geschichte

U-in (Lee Jeong-Jae) ist ein koreanischer Beamter im Stadtamt, wo er einfachen und langweiligen Papierkram und andere anspruchslose Aufgaben erfüllt. Da U-in fernab von seiner Familie wohnt und auch sonst in seinen nähren Umfeld kaum soziale Kontakte hat, sind seine Tage einsam und ein eintönig. So verbringt er seine freie Zeit im Internet – hier besucht er vor allem leicht pornographisch angehauchte Seiten aus Japan. Als er eines Tages auf eine Seite stößt wo er sein ideales Traummädchen kreieren kann, wird ihm „Asako in ruby shoes“ angeboten, die ihn vom ersten Moment an fasziniert.
Hinter den Pseudonym Asako verbirgt sich das japanische Mädchen Aya (Misato Tachibana ), welches am alten und verlassenen Haus ihrer verstorbenen Großeltern über die Tage von Morgen und über den Tod sinniert. Aya bewundert ihren Großvater dafür dass er selber bestimmt hatte wann, wie und wo er sterben würde und so beschließt auch sie es ihn bald nach zu machen. Damit sie sich diesen Tod inklusive ein paar schöner roten Schuhe finanzieren kann wird sie über ein Flugblatt auf eine Annonce aufmerksam, welche nach jungen Models für eine Webseite sucht. Da sie das Geld braucht tritt sie kurze Zeit später im Internet als Asako auf und gibt immer mehr von sich preis. Als sie genug Geld verdient hat, bekommt sie ein Fan-Brief auf Englisch aus Korea von U-in in welchen steht das er sie eines Tages gerne mal treffen würde …


Fazit

„Asako in ruby shoes“ ist nicht einfach in Worte zu fassen, da sich der Film von seiner Machart und vor allem von seiner Intension fernab der filmischen Norm bewegt, denn letzten Endes verfilmt Regisseur E J-Yong hier nichts anderes als den Alltag eines ziemlich durchschnittlichen Koreaners und einer ziemlich durchschnittlichen Japanerin. Das hört sich recht langweilig und banal an, was es eigentlich auch sein sollte, aber noch niemals hat jemand so schön das Alltägliche und Durchschnittliche wie Regisseur E J-Yong verfilmt. Einwenig könnte man diesen Film mit den japanischen Klassikern „Love Letter“, „April Story“ und „Hana & Alice“ von Shunji Iwai vergleichen, denn Regisseur E J-Yong beweist in „Asako in ruby shoes“ dieselbe Feinfühligkeit wie Shunji Iwai, aber lässt dabei jegliche Spannungsbögen, dramatischen Elemente oder sonstige überraschende Wendungen aus und schafft dennoch einen Film der sich mit diesen Klassikern messen kann und auch deren Fans ansprechen dürfte und wahrscheinlich auch sollte. Es ist nicht mal eine großartige Poesie die in den Film liegt, nein es ist wirklich die Art und Weise wie schön der Alltag hier inszeniert wird, denn dieser wirkt manchmal gar märchenhaftig und vor allem sehr verträumt. So findet man sich schnell in vielen Szenen wieder und schwelgt selber mit in einer herrlich erzeugten Melancholie, so dass man die Schönheit in den einfachen Dingen des Lebens wieder wahrnimmt. Dennoch ist es vielleicht verkehrt den Film jegliche Poesie abzusprechen, weil sie ist gewiss vorhanden, aber immer unterschwellig, wie viele Dinge im Film, denn Regisseur E J-Yong bringt eine gewisse Tiefe in allen Belangen mit ein. „Asako in ruby shoes“ ist somit auch ein recht ruhiger Film, der aber einen gewissen Rhythmus hat, welcher einen in Bann ziehen kann, wenn man sich auf dieses Werk einlässt.

Insgesamt wirkt der Film unheimlich natürlich und zugleich schön, leichtfüßig und dennoch schwermütig, einwenig lethargisch aber dennoch manchmal genau deswegen voller Freude am Leben und er wirkt wie gesagt oft banal aber birgt dennoch gerade wegen diese Banalität Tiefe. Selten habe ich bei einem Film so gegensätzlich empfunden, aber genau aus dieser Gegensätzlichkeit entspringt der wunderbare Rhythmus und die Dynamik des Filmes, so dass er trotz des alltäglichen niemals langweilig wirkt. Es ist eher stets die Mitte die der Film geht und der Verzicht auf filmtypische Extreme, die „Asako in ruby shoes“ erfrischender weise niemals nötig hat. All das wirkt kaum offensichtlich oder gezielt so umgesetzt, das man denken könnte das wäre so beabsichtigt, nein es ergibt sich alles vielmehr von allein – so wie im echten Leben das von Gegensetzen beherrscht wird, es kommt stets nur darauf an was man sucht, sucht man das Schöne oder das Unschöne im Leben, so findet man es auch und genau so verhält es sich auch in „Asako in ruby shoes“, sprich es liegt hier sehr viel im Auge des Betrachters.

Da ich selber sowohl in Korea als auch Japan war habe ich dort natürlich einen gewissen Eindruck von dem jeweiligen Lebensgefühl bekommen und Regisseur E J-Yong stellt meiner Meinung nach beide wunderbar da, sprich genau so wie ich es empfunden habe – so gewährt er uns neben den banalen Alltag unserer Protagonisten auch stets kleine Seitenblicke in die Gesellschaft, die oft einen starken Kontrast zu der Gefühlswelt unserer Hauptfiguren bilden. Diese kurzen Seitenblicke sollen keineswegs schocken, sie wirken eher natürlich und sind wie Dinge am Wegesrand die man einfach nicht mitnehmen will. Diese natürliche und unverfälschte Art kommt den Film zu gute, denn er kaschiert nicht die vielen unschönen Dinge im Leben, aber wie vieles im Film wird das relativiert und einfach zum Fluss des Lebens dazu genommen, ohne draus ein Drama zu machen – das macht den Film in seiner Art sehr ehrlich und unglaublich liebenswert. So wird auch die typische Todessehnsucht der Japaner sehr gut in den Film dargestellt, ohne das Regisseur E J-Yong uns dabei eine Meinung dazu aufdrückt, er zeigt es uns mit einer solchen Leichtfüßigkeit das wir das Ganze als Aspekt der japanischen Gesellschaft hinnehmen – was es auch ist.

Interessant ist auch ein Aspekt im Film, der zwar niemals im Vordergrund ist aber eigentlich im ganzen Film vorhanden ist, welcher ein leicht globalisierender Grundgedanke ist, denn „Asako in ruby shoes“ ist schließlich eine Zusammenarbeit zweier Länder die nicht unbedingt ein gutes Verhältnis aufgrund ihrer Geschichte zueinander haben, aber Regisseur E J-Yong begnügt sich nicht nur einfach Korea und Japan gegenüber zu stellen, nein er bringt auch noch eine chinesische und iranische Nebenfigur mit ein und beleuchtet deren Leben in der koreanischen bzw. japanischen Gesellschaft. „Asako in ruby shoes“ ist in dieser Hinsicht auf jeden Fall außergewöhnlich, da er einer der ersten Filme war welcher über den Tellerrand geschaut hatte, auch wenn diese Thematik nur am Rande beleuchtet wird, finde ich sind die Einblicke die uns Regisseur E J-Yong hier gewährt wesentlich treffender als in späteren Filmen wo z.B. das Thema Immigranten das alleinige Thema ist, auch kann Regisseur E J-Yong von sich behaupten das er einer der ersten Regisseure ist der eine gelungene und vor allem unbelastete Zusammenarbeit mit den japanischen Nachbarland zustande gebracht hat.

Ein Film der viel auf dezente Zwischentöne setzt, braucht auch feinfühlig agierende und vor allem gute Darsteller und so spielen vor allem die beiden Hauptdarsteller aus Korea und Japan sehr schön und stets auf einer Augenhöhe. Sowohl Lee Jeong-Jae als auch die überaus niedliche Misato Tachibana wirken in ihren Spiel, sehr verträumt, sensibel, etwas eigen und dennoch überaus liebenswert. Beide sind eigentlich recht attraktive Menschen, aber die rein äußerliche Attraktivität der beiden rückt Regisseur E J-Yong nicht wirklich stark in den Fokus, - nein diese wirkt eher nur ergänzend, er konzentriert sich viel mehr auf das sehr natürliche und sympathische Spiel der beiden, von dem dann die meiste Attraktivität ausgeht, so dass es einen schnell leicht fallen dürfte sich mit den Darstellern zu identifizieren. Die Sympathie die die beiden beim Zuschauer erzeugen resultiert auch zum Teil darauf das sie auf den Alltag oft mit einer netten achselzuckenden Resignation reagieren und diesen auch nicht unbedingt den nötigen Ernst abgewinnen, wie es ihr restliches Umfeld tut, statt dessen träumen beide einwenig in ihrer eigenen Welt dahin und wirken somit auf ihre Mitmenschen einwenig distanziert, wenn nicht gar abgehoben, aber vor allem nimmt sie dadurch fast keiner ernst, sodass beide dadurch etwas isoliert und vor allem einsam wirken.

Was die reichlichen Nebendarsteller betrifft so fügen sich diese souverän in ihre vorgesehenen Rollen und bieten das nötige Kontrastbild zu unseren beiden Hauptdarstellern, wiederum andere wirken eher ergänzend zu den Hauptprotagonisten in dem sie ihr Leben um ein paar Facetten bereichern. Es mag hier vielleicht zu viel des Guten sein wenn man von herausragenden schauspielerischen Leistungen spricht, aber alle Schauspieler agieren ihrer Rolle entsprechend stets passend, - mal unaufdringlich, egozentrisch, lebhaft, niedergeschlagen, verspielt, spießig usw. – Kurzum der Film bietet uns gerade bei den Nebenfiguren so gut wie alle erdenklichen Charaktertypen an, die von Kinddarsteller, pubertären Mädchen bis hin zu den erwachsenen Darstellern perfekt von Regisseur E J-Yong besetzt worden sind.

Aber neben den sehr gut eingesetzten Cast von Regisseur E J-Yong zieht der Film vor allem seine einzigartige Kraft aus den Bildern. Die Cinematographie im Film wirkt weitest gehend in ihrer Machart recht schlicht, aber trotzdem schafft es Regisseur E J-Yong aus dem ihn offensichtlich geringen Mitteln die ihn zu Verfügung standen das best Möglichste heraus zu kitzeln. So sind es vor allem die Bilder im Film die eine stete Schönheit in sich tragen, da sie es schaffen ganz unaufdringlich auch noch so nichtige Momente träumerische Schönheit einzuhauchen, manchmal gesellt sich dann zu diesen Bildern ein recht zarte und ebenso unaufdringliche Musik, welche dann eine ungeheure Atmosphäre schafft die kaum in Worte zu fassen ist. Diese Momente, in der die wunderbare Musik zusammen mit den natürlichen sowie schönen Bildern wirkt, schaffen ein nicht fassbares Gefühl ein, die den Film seine Grundessenz verleiht und ihn teilweise einzigartig macht. Aber es sind nicht allein diese einzelnen Augenblicke die den Film ausmachen, da diese auch niemals für sich alleine stehen sondern „Asako in ruby shoes“ eher abrunden indem sie die Grundstimmung des Filmes hier und da verstärken. Ganz selten ergeben sich ein paar Momente die nicht so ganz wirken, das sind vor allem die Internetauftritte von „Asako“, hier schwächelt der Film, weil er einwenig in seinen Fluss unterbrochen wird und somit minimale Längen aufweist, die aber rückblickend betrachtet im gesamten Film kaum der Rede wert sind.

Für mich ist „Asako in ruby shoes“ ein wahres Kleinod, fernab jeglichen Mainstreams in der koreanischen Filmlandschaft, aber da der Film doch sehr eigen ist und bestimmt nicht jeden ansprechen wird vergebe ich den Film ganz knappe acht von zehn Punkte, aber es sind verdiente acht Punkte, weil „Asako in ruby shoes“ ein überaus liebenswürdiger Film ist, der einen dazu anhält mal kurz in seinen Leben innezuhalten und zu genießen – egal was.


DVD

Ich hatte von den Film die Deltamac-DVD aus Hong Kong, welche technisch gerade so ausreichend ist. Das Bild (Anamorphic Widescreen 1.85:1) ist leider sehr unscharf, hat nicht immer die perfekten Kontraste aber dafür eine akzeptable Farbgebung – kurzum nicht gerade das beste Bild aber es reicht gerade so aus um nicht den Filmgenuss zu trüben. Die Dolby Digital 2.0 Tonspur ist absolut tadellos (dafür das es nur eine 2.0 Tonspur ist), sprich sauber und klar. Die Untertitel sind in einfachem Englisch, haben ein perfektes Tempo und sind stets klar sichtbar. Extras besitzt diese DVD keine – nichts!


Titel: Asako in Ruby Shoes
aka: 순애보; Urination
L/J: Südkorea/Japan 2000
Laufzeit: 115 Min
Regie: E J-Yong
Studio: Koo and Film; Cinema Service; Shochiku Films
Kinematographie: Hong Gyeong-Pyo
Musik: Jo Sung-Woo
Genre: Romantikdrama

Darsteller:

Kim Min-Hee(c)
Lee Jeong-Jae
Misato Tachibana


Besucher-Wertung
Note: 5 - Votes: 3





Film



Bild



Ton



Untertitel





Published: 14.07.2010
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