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Geschichte

Im Jahre 1991 tritt eine koreanische Nationalmannschaft zur Tischtennis-Weltmeisterschaft auf, die anders ist als die bisherigen, denn in dieser Mannschaft treten die Nordkoreaner und Südkoreaner geschlossen als ein Land auf. Bevor aber diese beiden Teams zu einen werden, müssen sie erst lernen wirklich als ein Team zusammen zu spielen, denn bisher waren sie nur Konkurrenten. Sowohl die südkoreanische Spielerin Hyun Jung Hwa (Ha Ji-Won) als auch die nordkoreanische Spielerin Lee Boon Hee (Bae Doo-Na) gelten als die Hoffnungen ihres Landes, denn sie gehören in der Weltrangliste zu den Topspielern. Bisher aber erreichte keine von den beiden Gold, da sie immer an China als Gegner scheiterten. Werden sie es nun vereint schaffen… ?


Fazit

Tischtennis ist bei vielen in Europa eine belächelte Sportart, zu Unrecht, wenn man es richtig und ausgiebig spielt schwitzt man weitaus mehr als bei so manchen Marathonlauf – ich spreche hier aus Erfahrung, denn ich bin selber ein leidenschaftlicher Tischtennis Spieler. Ach wie oft habe ich mir mit meinen Bruder und anderen an warmen Sommertagen heftige Gefechte an der Tischtennisplatte, im Freien, geliefert und bin danach total fix und fertig, aber glücklich, nach Hause geschlendert. Meinen Vater besiegte ich selten, dieser war in seiner Heimatstadt einer der besten gewesen und hat auch an Turnieren teilgenommen.

So war es für mich klar als „As One“ erschien das ich diesen Film haben muss – schließlich vereint er zwei Leidenschaften von mir – Südkorea und Tischtennis. „As One“ ist weitaus mehr als nur ein Sportfilm über Tischtennis, was ihn dann auch aus der Masse der anderen südkoreanischen Sportfilme heraushebt. Regisseur Mun Hyun-Seong verfilmt hier die Tischtennis Weltmeisterschaft von 1991. Warum die von 1991? Weil 1991 trat ein ganz besonders „koreanisches“ Team gegen die anderen nationalen Mannschaften auf, es war eine koreanische Mannschaft in der Nord und Süd-Koreaner gemeinsam als ein Land auftraten und gemeinsam um den Titel kämpften. Darum der passende Titel „As One“. Dem Frauen Team gelang es sogar die Goldmedaille zu gewinnen und den übermächtigen Gegner China im Jahre 1991 zu besiegen. Dieses Ereignis in der Geschichte ist ein höchst emotionales und Regisseur Mun Hyun-Seong hat es vorzüglich geschafft das auf die Leinwand zu zaubern. Der Fokus im Film liegt deswegen auch auf der Damen-Mannschaft, die damals die Goldmedaille einheimste.

In den Film geht es am Anfang darum die beiden gegensätzlichen Nationalmannschaften, also Nord und Südkorea, zu einer zu formen. Hier hat Regisseur Mun Hyun-Seong zwei der größten, erfahrensten und besten weiblichen südkoreanischen Hauptdarsteller für das jeweilige Team verpflichten können - Ha Ji-Won und Bae Doo-Na. Beides sind Schauspielerinnen die oft einen Film in Alleingang tragen müssen, zusammen in einen Film sind sie schon ein Grant für die Qualität des Filmes, sprich es kann gar nicht mehr allzu viel schief gehen. Wenn der Film mal droht allzu dramatisch oder gar kitschig zu werden, wirkt das dann durch die geballte Schauspielkunst der beiden Größen immer noch gut, wenn nicht gar ergreifend, denn die beiden holen aus jeden Stoff in diesen Drehbuch das Beste heraus. Die Nebendarsteller sind vielleicht keine Größen wie Ha Ji-Won und Bae Doo-Na, aber sie sind alle samt sehr erfahrene Schauspieler, was man sie dann auch unter Beweis stellen lässt. „As One“ kommt also mit einem sehr guten Cast daher, der auch richtig eingesetzt worden ist und somit einen Großteil der Qualität des Filmes ausmacht.

Von seiner Aufmachung her ist „As One“ recht realitätsnah gehalten, das heißt die Bilder wirken meist nicht großartig gekünstelt, bis auf ein paar besonderen Szenen ist die Bildsprache niemals manipulativ, sie überlässt eher den Schauspielern und der Geschichte das Feld, ohne ihnen dabei im Weg zu stehen. Wenn es daran ist doch mal eine gezielte Bildsprache zu verwenden, wird das auch getan, aber nicht in übertriebenem Masse. In diesen Momenten unterstreicht die Cinematography die schon vorhandene Intensität des Filmes, mit gelungen und teils experimentierfreudigen Einstellungen, die dann auch in jenen Momenten sinnvoll erscheinen. Ansonsten wirken die Bilder wirklich wie aus einer Weltmeisterschaft, die man Live im TV mitverfolgt.

Zur Geschichte selber, muss man wohl erwähnen dass es unzählige Filme aus Südkorea um die Spaltung zwischen Nord und Süd gibt, was wohl in der Natur der Dinge liegt. Viele dieser Filme haben den Krieg als Hintergrund, aber es ist „As One“ mit seinen Tischtennis-Szenario der einer der besseren Vertreter ist, denn in keinen Film spürt man so ehrlich den Wunsch der Wiedervereinigung mit dem nordkoreanischen Volk wie hier. Es ist eine Geschichte zweier starken Frauen aus Nord und Süd und über ihre außergewöhnliche Freundschaft. Regisseur Mun Hyun-Seong nimmt sich Zeit beim Erzählen, ohne dabei jemals in Belanglosigkeit abzuschweifen, im Gegenteil der Film baut sich klassisch immer weiter auf und nimmt den Zuschauer immer mehr in Beschlag. In diesen Film wirken die Protagonisten aus beiden Ländern, wie es auch ist, unterschiedlich, da ihre Lebensbedingung schließlich auch andere sind, aber es wird hier nicht die Differenz zwischen den beiden betont und auch nicht übertrieben auf Gemeinsamkeiten gepocht, man stellt beide gegenüber so wie sie sind, ohne das die Nordkoreaner dabei schlecht aussehen, im Gegenteil manchmal wirken die Südkoreaner als arrogant und aggressiv ihnen gegenüber, besonders am Anfang. Erst wenn die Südkoreaner sich wirklich im Film beginnen mit den Nordkoreanern auseinander zu setzen wirken sie sympathisch, diesen Kniff fand ich dann auch ganz gut, weil ich denke das die dargestellte Annäherung im Film ein wenig auch so in Wirklichkeit gewesen war. Ganz ohne Kritik ist der Film aber dennoch nicht, was in meinen Augen auch richtig ist, sonst würde „As One“ sich den Vorwurf machen müssen ein wenig heuchlerisch zu sein und unangenehme Dinge, die fundierte Tatsachen sind, einfach zu retuschieren. So kritisiert Regisseur Mun Hyun-Seong in diesen Film den Sicherheitsapparat, der die nordkoreanischen Sportler überwacht. Diese quasi koreanische Stasi wird dennoch nicht völlig dämonisiert, nein sie werden als Menschen dargestellt die der Partei dienen, aber in gewissen Momenten des Filmes auch Herz zeigen und gerade diese Momente berühren. Des Weiteren ist „As One“ nicht einer dieser typischen Sportfilme wo aus Underdogs gefeierte Kämpfer werden, hier geht es um erfahrene Profis, die Herausforderung ist eine ganz andere und das hebt ihn auch innerhalb der Sportfilme angenehm von den anderen Genrevertretern ab.

„As One“ ist bestimmt nicht „das“ unvergessliche Meisterwerk, aber er ist ein Film aus der oberen Liga Südkoreas der endlich mal wieder einfach „nur“ gut ist – ja „As One“ ist ein guter sehenswerter Film, dank seiner guten Schauspieler, einer bewegenden Geschichte und seiner guten Machart.


DVD

Ich hatte die koreanische Limited Edition im schönen und schlanken Schuber zur Verfügung. Das Bild (anamorphic 1.85 Widescreen) der Korea DVD überzeugt durch perfekte Kontraste, Farben und einer Schärfe die bei einer DVD Version nicht viel zu wünschen übrig lässt, bloß leider im Detail ein wenig schwächelt. Die Dolby Digital 5.1 Tonspur ist sauber, kräftig und stark, bloß wieder an der koreatypischen Differenzierung mangelt es ein wenig. Die Untertitel sind in einem sehr guten Tempo, klar sichtbar und in einen verständlichen Englisch gehalten. Extras gibt es zwar, aber wieder natürlich ohne Untertitel, aber sie sind dennoch sehr interessant, wie z.B. die Deleted Scenes (welche sich immer lohnen), aber Interviews usw. sind natürlich fast wertlos, wenn man nicht der koreanischen Sprache mächtig ist.


Extras:
  • Feature with commentary
  • 1991 Team Korea
  • Characters
  • Deleted Scenes
  • Teaser
  • Trailer


Titel: As One
aka: 코리아; Korea
L/J: Südkorea 2012
Laufzeit: 127 Min
Regie: Mun Hyun-Seong
Studio: Tower Pictures; CJ Entertainment; Wellmade StarM
Producer: Lee Soo-Nam
Genre: Sportfilm

Darsteller:

Bae Du-Na
Ha Ji-Won


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Film



Bild



Ton



Extras



Untertitel





Published: 05.01.2013
Korea DVD

Film Bilder









































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