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Kurzbeschreibung/Waschzettel

Kim Kibom ist tot. Wer ist dieser Mann gewesen, der einst das Zeug zum Klassenbesten hatte, der mehr als zehn Jahre lang von der Außenwelt isoliert in einem abgelegenen Gebirgstal lebte und viele Jahre die Aufforderung, sich einen neuen Personalausweis ausstellen zu lassen, ignorierte? Ein Schulfreund und der Besitzer des Unfallwagens, durch den Kim Kibom zu Tode kam, machen sich auf die Suche nach der Vergangenheit eines Mannes, der alles andere als gewöhnlich war.

In seinen Erzählungen malt uns Hong Sungwon (geb. 1937) Bilder aus dem koreanischen Alltag. Da ist der alte Jäger, der die gejagten Tiere ob ihres Mutes und ihrer Weisheit achtet, der die Berggötter nicht unnütz zu provozieren wagt und keinesfalls von seinen althergebrachten Regeln bei der Jagd ablassen will, und der Mittvierziger, der Ex-Militär, dem es allein ums Erlegen des Wildes geht als Beweis der eigenen Überlegenheit und zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten.

Seien es die beiden Jäger in der Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere oder der junge Mann, der den autoritären und rücksichtslosen Seouler Betriebschef ins Jenseits befördert, oder der hauptstädtische Angler, der die Schönheiten des Südmeeres genießt, ihnen allen ist eines gemeinsam: In ihnen begegnen uns Menschen des modernen Korea, das uns der Autor anschaulich und einfühlsam nahe bringt. In seinen Geschichten unterzieht Hong Sungwon die unmenschliche, verlogene Moral der modernen Gesellschaft einer unnachgiebigen Kritik. Für sein Roman- und Erzählwerk erhielt er in seiner Heimat verschiedene Literaturpreise. Mit diesem Erzählband stellt er sich erstmals dem deutschen Lesepublikum vor. Die Übersetzung und Veröffentlichung dieser deutschsprachigen Ausgabe wurde anlässlich des Gastlandauftritts von Korea auf der Frankfurter Buchmesse 2005 vom Korea Literature Translation Institute gefördert.

Inhaltsangabe von Verlag EOS


Autorenportrait



Der Romanschriftsteller Hong Sungwon (geb. 1937) hat als Kind den Ausbruch des Koreakrieges mit erlebt. Seine Erfahrung mit dem Krieg motivierte ihn hauptsächlich dazu den Weg eines Schriftstellers zu beschreiten. Er begann fiktive Geschichten über das Leben in der Militär zu schreiben, die zum Teil auf seinen Erfahrungen basierten. Hier erntete er für seine Werke viel Lob und Annerkennung. Er war nicht der einzige der über diese Themen schrieb, aber seine kritische Art die Missstände, die nach den Koreakrieg, in der koreanischen Gesellschaft entstanden sind, direkt an zu sprechen, erregten viel Aufmerksamkeit.


Fazit

Wenn man dieses Buch anfängt zu lesen, wirkt es sehr befremdend. Wenn man doch nur westliche Literatur gewohnt ist, wird einen dieser komplett andere uns sehr untypische Schreibstil ungewohnt vorkommen. Trotz alle dem kommt man schnell in das ganze Werk rein, weil der Erzählfluss unheimlich fließend ist.

Meistens katapultiert uns Hong Sungwon ohne großartige Einführung in einen seiner Geschichten. Die Protagonisten der jeweiligen Geschichte werden nicht großartig eingeführt, oder vorgestellt, sondern sie sind einfach „da“ und erst im Laufe der Geschichte lernt man, anhand ihrer Handlungen überhaupt, wer diese Personen überhaupt sind. Auch überlässt der Autor es den Leser sich eine Meinung über die jeweiligen Charaktere zu bilden. Oft haben die Figuren nicht mal Namen und heißen z.B. einfach nur Herr K. oder der Angler aus Seoul und somit wissen wir oft nicht mal den Namen dieser Figuren. Den Reiz seiner Geschichten ist eben dieser, das man nach und nach versucht zu ergründen was für Menschen diese Leute sind, was für eine Denkweise sie haben und warum sie so handeln. Oft handelt es sich hierbei nur um Stereotypen (darum erhalten sie evtl. keinen Namen) oder um totale Individualisten (diese haben immer einen Namen).

Besonders in seiner ersten Geschichte sticht das hervor. Die Geschichte beginnt sofort mit der Tatsache, dass eine bestimmte Person Tod ist. Zwei Männer die in unterschiedlichen Beziehungen zu den Verstorbenen stehen, machen sich auf der Suche nach dessen Vergangenheit. Auf ihre Suche wird den Leser immer mehr klar das dieser Mensch alles andere als normal war und auf einen, zum Teil, äußerst unsympathisch wirkt … warum? , weil dieser Mensch einfach „anders“ ist. Der Autor Hong Sungwon schafft es mit einen unglaublichen Feingefühl in jeden Leser, die menschliche Abneigung gegen Andersartigkeit zu wecken. Umso mehr wir aber über die verstorbene Person erfahren, werden seine Taten nachvollziehbarer und gerade dieser andersartige Charakter dient den Autoren Hong Sungwon nur als Katalysator, um uns unsere Scheinheiligkeit und verlogene Moral vor Augen zu führen.

Die erste Geschichte ist ganz klar die beste, in diesen Erzählband und vor allem die spannendste. Sie ist am komplexesten gestrickt und weist am meisten Tiefe auf. Die Qualität der Geschichten ist leider nicht immer gleich bleibend. Die zweite Geschichte fand ich z.B. eher mäßig, da der Autor bestimmte Tatsachen und Gedankengänge ständig wiederholt, so dass man als Leser schnell entnervt ist. Seltsamerweise und Gott sei Dank passiert ihn dieser Fehler bei allen anderen Geschichten nicht. Die restlichen Erzählungen reichen zwar nicht an die erste heran, aber lesen sich alle gut.

Die anderen Geschichten beschäftigen sich ebenfalls mit der Charakteranalyse von Menschen der unteren Schicht. Oft setzt er diese Leute Menschen gegenüber, die eben aus einer höheren Schicht kommen und drückt diese Gegensätzlichkeit mit einer sehr starken Verachtung aus. Teilweise ist das Bild was der Autor darstellt überzogen. Er zeichnet oft das Bild kapitalistischer Businessmänner, die ohne Skrupel, Moral und Menschlichkeit handeln. Dem gegenüber stellt er die einfachen Leute, die alles ein wenig mehr hinterfragen, die moralischer sind usw. . Der Autor Hong Sungwon verliert sich hier manchmal in einer radikalen Schwarz/Weiß Malerei, was aber anscheinend so gewollt ist. Objektiv ist das ganze nicht, sondern sehr subjektiv und das ganze oft gewürzt mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Immerhin kann man sagen das dieses Buch, aber durch und durch ehrlich geschrieben ist und das ist auch die Stärke dieses Buches. Wann kann man denn schon so ehrliche und vor allem kritische Literatur lesen wie dieses Buch? Wie gesagt der Autor Hong Sungwon will hier niemand seine Meinung aufzwingen. Er bringt mit all seinen kleinen Geschichten seine Sicht der Dinge unserer erkrankten Gesellschaft da und überlässt es den Leser sich seine eigene Meinung zu bilden.

Ein interessantes, eigenwilliges und vor allem mutiges Werk.


Danksagung:

Ich möchte mich hier bei der deutschen Übersetzerin Heike Lee für ihre Unterstützung bedanken.


Buchtitel: Krieger und Sänger
Autor: Hong Sungwon
Verlag: Eos
Jahr: 2005
Seiten: 298
ISBN: 3-8306-7214-4


Besucher-Wertung
Note: 4.32 - Votes: 47





Geschichte



Schreibstil



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Published: 12.08.2006
Buch Cover

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